Wir schwammen über das weite Meer 


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Wir schwammen über das weite Meer

 

Die Lage der Insel Malta an einer der zentralsten Stellen im Mittelmeer erlaubte es den Maltesern, Seeoperationen in alle Richtungen zu unternehmen. Ihre Flotte wuchs bis 1660 auf über 30 „Karacken“ genannte Großkampfschiffe und etwa ein Drittel der Bevölkerung der Insel war mit der organisierten Seeräuberei in der einen oder anderen Form beschäftigt. Die maltesischen Karacken stellten in gewisser Weise den Höhepunkt der Entwicklung der Mittelmeer-Galeeren dar. Sie ähnelten zwar den Schiffen ihrer muslimischen Feinde, waren aber in der Regel etwas größer, verfügten über zwei große Segel und hatten weniger Ruder, dafür aber mehr Kanonen an Bord. Die Ruderer dürften oft noch schlimmer behandelt worden sein als bei der Barbaresken-Konkurrenz. Ein französischer Offizier berichtete, dass oft sieben Mann auf einer drei mal 1,2 m großen Bank schlafen mussten. Die Schiffe hatten einen starken Rammsporn, der sich tief in die feindlichen Schiffe bohren konnte, das Rammen und der Nahkampf waren wichtiger als der Artilleriekampf. Die Kämpfer an Bord der Malteser-Schiffe waren stärker gepanzert und besser bewaffnet als die Besatzungen der Korsaren-Schiffe, oft konnte es eine Karacke der Malteser mit mehreren gegnerischen Schiffe aufnehmen.  

Eigentlich war auf Malta die gesamte Bevölkerung an den maritimen Raubzügen beteiligt. Der Kampf wurde einerseits als religiöse Pflicht, andererseits als sehr einträgliches Gewerbe betrachtet. Die Malteser wussten natürlich, wie sehr ihre Schiffe von der Kraft der Rudersklaven abhängig waren, weshalb sie junge Türken, die als die besten galten, bevorzugten.  

Nach dem Höhepunkt ihrer Macht im 17. Jahrhundert verloren die Malteser nach und nach an Einfluss und Schlagkraft. Dafür waren eine Vielzahl von Gründen maßgeblich, einer davon dürfte gewesen sein, dass die Ritter das angenehme Leben und ihren Reichtum zu sehr schätzen lernten und die Zeit der Galeeren schon vorbei war. 

Wir schwammen über das weite Meer,
Die Segel flatterten lose;
Es schwieg der Wind und am Steuerrad
Stand läßig gelehnt der Matrose.

Die Wellen atmeten sanft und sacht
Mit leise kosendem Schäumen —
Es war, als läge der Ozean
In selbstvergeßenen Träumen.

Da sah ich plötzlich mitten im Meer
Eine Lilie strahlend sich wiegen,
Als wenn sie wie Aphrodite sei
Aus den Wellen emporgestiegen.

Wehmütig schaut' sie zu mir empor,
Als ob sie mich bitten wollte,
Daß ich sie an den sicheren Bord
Aus der Tiefe erretten sollte.

— Ach Gott, eine Lilje, so jung, so zart;
Allein auf den wilden Wogen —
Ich hätt' ihr so gerne geholfen, doch schnell
Sind wir vorübergezogen.

Michel Berend

 

 



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