Figuren des Ersatzes (Tropen). Synästhesie (e)gilt als Abart der Metapher: Man überträgt eine 


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Figuren des Ersatzes (Tropen). Synästhesie (e)gilt als Abart der Metapher: Man überträgt eine

Figuren des Ersatzes (Tropen)

Alle Figuren des Ersatzes (Tropen oder Substitutionsfiguren) sind

ein Mittel zur Steigerung, zur Eindringlichkeit sowie zur argumentativen

Gestaltung (Journalistik!). Das Wesen eines Tropus

besteht in Folgendem: Ein Begriff, ein Gedanke wird nicht so

verbalisiert, wie er im Wörterbuch bezeichnet ist (z. B. „Er ist ein

mutiger, starker Kämpfer“), sondern er wird in anderen Begriffen

oder Formulierungen ausgedrückt (z. B. „Er ist ein Löwe“ (in der

Schlacht)).

Das Gemeinsame beider Ausdrücke ist die gleiche Verhaltensweise,

d. h. Mut, Unerschrockenheit, auf Grund dieser Ähnlichkeit

geschieht Austausch. Der neuentstandene Begriff (der Kämpfer

mit Eigenschaften eines Löwen) ist nur im Syntagma möglich

(im Text). Im Wörterbuch wird unter „Kämpfer“ und unter „Löwe“

Unterschiedliches verstanden.

Metapher (e)ist eine Namensübertragung von einem Denotat auf

das andere auf Grund der Ähnlichkeit (ein gemeinsames Merkmal

= tertium comparationis).

Personifizierung (e)gilt als Abart der Metapher: Unbelebte Erscheinungen

bekommen Eigenschaften lebendiger Wesen. Sie

können fühlen und handeln wie Menschen. Sie werden vermenschlicht,

z. B.: Die Maschine streikt.

Synästhesie (e)gilt als Abart der Metapher: Man überträgt eine

Sinnesempfindung in den Bereich einer anderenSinnesempfindung,

z. B.: Töne – das ist das, was wir hören (Bereich – Gehör),

dunkle Töne – das ist das, was wir sehen (Bereich – Sehkraft).

Dank der Verschmelzung entsteht eine expressive Wirkung.

Symbol (s)gilt als komplizierte Abart der Metapher: Man überträgt

auf Dinge, Erscheinungen, Ereignisse irgendwelche ideologische

Bedeutungen auf Grund einer assoziativen Ähnlichkeit,

die manchmal nicht leicht zu ergründen ist. Berg – Symbol Gottes,

Taube – Symbol des Friedens usw.

Allegorie (e): Körperhaft vorgestellte Abstraktion eines Gedankens

bzw. eines Begriffs. Sie ist als eine besondere Art der Personifizierung

anzusehen: die gestalthafte Verbildlichung abstrakter

Vorstellungen (z. B. Tugenden, Jahreszeiten, Leiden: Liebe als

Amor, Justitia als Frau mit einer Waage und verbundenen Augen

usw.)

Die Metapher leistet viel: Sie hebt ein Merkmal des Dinges (der

Erscheinung) hervor, sie kann werten, veranschaulichen, graduieren,

sie ästhetisiert den Text und schärft den Gedanken. Die Metapher

ist schon nicht nur ein Merkmal der Poetizität (↑): Sie gilt

als verbreitetes Mittel und ist heutzutage in vielen Bereichen des

Sprachgebrauchs anzutreffen.1

Metonymie mit ihren Abarten wird als Bezeichnungsübertragung

auf Grund tatsächlich gegebener Zusammenhänge zwischen den

Denotaten gedeutet. Man unterscheidet demzufolge

1) räumliche Verhältnisse: Man nennt den Raum, nicht die Leute,

die da sind;

2) zeitliche: Man nennt die Zeit (Epoche, Jahrhundert), nicht die

Leute, die in dieser Zeit lebten;

3) stoffliche: Man nennt den Stoff, woraus das Ding angefertigt

ist;

4) quantitative: Beim quantitativen Verhältnis unterscheidet man

zwei Momente: a) das Ganze wird für einen Teil gebraucht = totum

pro parte, b) ein Teil vertritt das Ganze = pars pro toto. Dieses

doppelte quantitative Verhältnis nennt man Synekdoche(= Mitverstehen):

Man ersetzt die Bezeichnung eines Ganzen durch

einen seiner Teile, z. B. pro Kopf/pro Einwohner (ein Teil und das

Ganze). Vgl. im Russischen: Эй, борода, а как проехать к

Плюшкину? (Гоголь);

5) kausale: X-beliebige Verhältnisse, die zwei Dinge verbinden

können.

Periphrase und ihre Abarten

Sie bedeutet im weiteren Sinne des Wortes „Anderssagen“. Im

engeren Sinne interpretiert man diesen Tropus so: Ein Merkmal

des Gegenstandes (der Erscheinung) wird zu seiner sekundären

Nominierung. Man will also damit ein wichtiges Merkmal hervorheben.

Man unterscheidet drei Abarten der Periphrase: Hyperbel

(e), Euphemismus (r), Litotes (e). Die Periphrase hat viele Funktionen:

Sie variiert den Ausdruck, sie kann den Sachverhalt bewerten,

veranschaulichen, emotionalisieren, demzufolge ist sie

immer expressiv.

Hyperbel (e)

gilt als Abart der Periphrase: Man sagt etwas anders, indem man

übertreibt. In Aufwallung von Gefühlen hyperbolisiert man oft

Eigenschaft, Zustand, Maß, um den Angesprochenen zu beeindrucken.

Das macht die Hyperbel durchaus expressiv. Sie ist gang

und gäbe in Märchen, Sagen, im Stil der Alltagsrede und auch in

ideologischen Texten (die so genannte chauvinistische Hyperbel:

Der größte Führer aller Zeiten), in Reklamtexten, besonders in den

Wörtern mit Vorsilben: Super-, Extra-, Welt-. Aber gerade bei

Häufungen verschleißt sich der hyperbolische Effekt rasch. Komposita

mit „Extra“, „Super“, „Ultra“ sind öfters nichts sagend.

Litotes (e)(Pl. Litota)

Man sagt etwas anders, indem man das Gegenteil verneint. Das

pointiert die Verneinung. Die Litotes ist polyfunktional: Das ist

eine vorsichtige Aussage, das ist eine besondere Art zu denken,

manchmal drückt sie Missfallen, Verachtung aus, das ist eine

nachdrücklichere, eindringlichere Distanzierung vom Gesagten.

Durch die Aussage von dem, was nicht geschieht, wird die

Aufmerksamkeit darauf gerichtet, was geschieht.

Euphemismus (r)– Abart der Periphrase: Man sagt etwas anders,

indem man etwas Schlechtes positiv ausdrückt. Damit beschönigt

man etwas Derbes, Hässliches, Unangenehmes. Die Gründe

dafür sind: Rücksicht auf die anderen, Zartheit des Empfindens,

Ehrfurcht, übertünchte Höflichkeit. Die Euphemismen können

auch im Dienste der Propaganda stehen; das sind meist demagogische,

verhüllende, täuschende Euphemismen. Auch Satiriker grei37

fen gern zu diesem Mittel. Als Tropus findet die Periphrase immer

dann Verwendung, wenn die Sache selbst nicht genannt werden

darf oder soll (Tabuwörter, Tabuthemen)

Epitheton (Pl. die Epitheta)

Jedes Epitheton1 kennzeichnet näher einen Begriff, der im

Substantiv oder Verb ausgedrückt ist. Man unterscheidet logischsachliche,

schmückende, stehende unerwartete und metaphorische

Epitheta. Sie können den Sachverhalt veranschaulichen, präzisieren,

individualisieren, übercharakterisieren. Die Epitheta rufen

Gehörs-, Geschmacks-, Tastge- fühls-, Geruchs- und Gesichtsassoziationen

hervor. Sie sind in allen Stilen anzutreffen, wo sie

zweckentsprechende kommunikative Aufgaben erfüllen.



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